Die EU-Staaten streiten ständig, manchmal erbittert. Doch Krieg ist keine Option mehr. Frieden ist in Europa normal geworden. Das ist eine Sensation!
Ständig Streit in der EU
Wer „Streit in der EU” googelt, bekommt eine sehr abwechslungsreiche Themenpalette geboten. Ob die Verteilung von Geflüchteten oder das Verbrenner-Aus, Umweltstandards oder der Krümmungsgrad von Gurken – zu nahezu jedem Thema gibt es in der Europäischen Union unterschiedliche Meinungen und Positionen.
Sogar das, was eigentlich gemeinsamer Nenner sein sollte, ist umstritten: demokratische Grundwerte. Dabei schlägt die EU-Diplomatie mitunter hohe Wellen. 2022 sprach das EU-Parlament Ungarn den Demokratie-Status ab. Um die in den Europäischen Verträgen vereinbarten Werte zu verteidigen, zĂĽckte die EU ihr „schärfstes Schwert„: den Rechtsstaatsmechanismus. Ungarn bekam weniger EU-Gelder. Die ungarische Regierung erhob dagegen „scharfe Kritik”. Vor dem Europäischen Gerichtshof endete der „Waffengang” auch schon wieder. Egal worĂĽber und wie heftig in BrĂĽssel gezankt wird, eins ist sicher: Die Konflikte werden in Gremien, Kommissionen, schlimmstenfalls vor Gericht gelöst. Dass es darĂĽber zum Krieg zwischen unseren Ländern kommen könnte, ist fĂĽr uns BĂĽrgerinnen und BĂĽrger der EU – zum GlĂĽck! – undenkbar geworden.
Krieg war die Regel
Lange Zeit war das anders. Geschichtsbücher verweisen auf zahlreiche kriegerische Auseinandersetzungen auf dem europäischen Kontinent. Friedlicher Konsens scheint eher die Ausnahme gewesen zu sein. Bewaffnete Konfliktlösungen waren die Regel. Etliche der heute friedlichen EU-Nachbarstaaten lagen eine gefühlte Ewigkeit im Dauer-Clinch. Allein die „Erbfeinde” Deutschland und Frankreich führten in unter 100 Jahren drei mal Krieg gegeneinander.
Dauerfrieden – eine europäische Sensation!
Der letzte und größte Krieg auf dem Gebiet der heutigen EU ist noch gar nicht so lange her. Trotzdem erscheint uns ein Krieg zwischen EU-Staaten heute unvorstellbar. Für uns ist Frieden normal. Deshalb vergessen wir wohl auch manchmal, wie unfassbar toll das ist.
Ein fast 80 Jahre anhaltender stabiler Frieden auf einem dermaĂźen kriegsgebeutelten Kontinent ist eine sensationelle Errungenschaft der EU!
Das friedliche Europa, das wir kennen, basiert auf viel harter Arbeit. Denn bei all den vielfältigen Differenzen ist eine gemeinsame, wertebasierte europäische Politik ein schwieriger und anhaltender Prozess. Er braucht ein beständiges Aushandeln und Annähern. Die EU hat dafür 2012 völlig zu recht den Friedensnobelpreis bekommen.
Frieden ist keine Selbstverständlichkeit
Trotz aller Meinungsverschiedenheiten leben wir in der Europäischen Union friedlich. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Woanders versuchen Staaten und Bevölkerungsgruppen nach wie vor, ihre Interessen mit Waffen durchzusetzen statt mit Worten. Ukraine, Gaza, Jemen, Sudan, Myanmar … jeden Tag führen uns die Nachrichten vor Augen: Auch wenn Krieg für uns unvorstellbar ist – ausgeschlossen ist er nicht.
Gerade mit dem Blick auf die in der Welt immer noch zahlreich und blutig tobenden Konflikte sollten wir uns glücklich schätzen, dankbar, zufrieden und stolz sein auf die EU als erfolgreiches Friedensprojekt.
Was Frieden braucht
Wer im Frieden lebt, vergisst leicht, was für eine schwierige Aufgabe es ist, Frieden herzustellen und dauerhaft zu wahren. Denn Frieden ist weit mehr als die Abwesenheit von Krieg. Zum Frieden gehört eine solide soziale, ethische und politische Basis. Er braucht das feste Vertrauen darauf, dass alle sich an die vereinbarten Grundsätze halten. Dass letztlich die Gemeinsamkeiten mehr wert sind als die Differenzen.
Innerhalb der EU arbeiten die Mitgliedstaaten wirtschaftlich, technologisch und zunehmend auch sicherheitspolitisch eng zusammen. Das verbindet sie, formt sie zur Einheit. Der Übergang von nationalstaatlichen zu europäischen Interessen ist in vielen Bereichen fließend geworden.
Das kann gerade in Krisenzeiten ein enormer Vorteil für alle sein. Dies hat der europäische Umgang mit der Energiekrise infolge des Ukraine-Kriegs gezeigt. Hier haben die EU-Staaten gemeinsam gehandelt. Nach außen hat das geschlossene Auftreten die Verhandlungsposition gestärkt. Nach innen hat die solidarische Hilfe einzelne Länder vor größeren Risiken durch Versorgungsengpässe bewahrt. Alle gemeinsam haben so die Folgen der Krise erstaunlich gut überstanden.
Wo alle zusammenarbeiten, profitieren auch alle: In der EU wachsen Wohlstand, Sicherheit und Gleichberechtigung. Auch im Krieg gibt es Profiteure. Aber das sind immer nur einige Wenige. Damit es allen gut geht, braucht es Frieden.
Flagge zeigen fĂĽr den Frieden
Wer einen Krieg beenden will, schwenkt die weiĂźe Fahne. Mit der blauen EU-Fahne zeigen wir, dass wir keinen Krieg mehr anfangen wollen. Weil wir keinen Krieg mehr brauchen. Um Streit beizulegen haben wir Gremien und Gerichte.
Dank der Europäischen Union ist Krieg für uns unvorstellbar geworden. Sorgen wir dafür, dass es so bleibt. Indem wir die EU als Friedensprojekt feiern und unterstützen.
Europa Werbeartikel: We đź«¶ EU.
Autorin: Marion Krobb, Texterin aus MĂĽnster